spielräume Gestalten: Menschen orientieren sich an akzeptierten Werten und tolerierten Abweichungen

Denkwerk bewirkt eine realitätsbezogene Verständigung, um z.B. gemeinschaftlich neue Wege zu erkunden

 

«Gesunder Menschenverstand» ist die Zuschreibung und Wirkung einer natürlichen Urteilskraft. Anwendungen dieser kognitiven Fähigkeit erleichtert es, die Vielfalt und die Ressourcen von "Mensch und Umwelt" vorausschauend zu nutzen, Konflikte und Krisen rasch zu beenden oder mit Risiken und Chancen realitätsbezogen umzugehen. Eine Evidenz der Orientierungsfähigkeit, der Selbstorganisation und der Verständigung mit anderen Akteuren zeigt sich folglich insbesondere in Führungs-, Unterstützungs- und Lern-Prozessen.  Wahrnehmbare Ausdrucksformen des gesunden Menschenverstandes sind beispielsweise Achtsamkeit und Respekt, das Streben nach Klarheit und günstigen Rahmenbedingungen und ein  - auch für Betrachtende  - wohl organisiertes und sinnvolles Agieren im realen Zusammenspiel der Gestaltung von Wirklichkeiten.

 

Sachlichkeit und eine Verständigung zwischen situativ Betroffenen helfen, konkrete Dinge, individuelle Vorstellungen oder relevante Beobachtungen systematisch zu ordnen, mögliche Zusammenhänge zu erkennen und durch eine ziel- und werteorientierte Perspektive sicher genug zu handeln. Dies erleichtert allen Beteiligten die Orientierung in einer ungewissen Lebenslage und vereinfacht die Prozesse in einem komplexen Umfeld.

 

Ein «Friendly Creator» (im Sinn von wohlwollender Störenfried) kann Perspektivenwechsel provozieren

Dies verhilft zur Klärung scheinbar widersprüchlicher oder unrealistischer Vorstellungen, regt Anpassungen und neue Verhaltensmuster an oder ermutigt zu Lernprozessen und Paradigmenwechsel. Dies ermöglicht auch in "ver-rückten Welten" zwischen Informationen und Fake-News zu unterscheiden, steuernde Einflüsse und Zusammenhänge zu erkennen und zu sinnvollen Argumenten, Entscheidungen und Beurteilungen zu kommen. 

Umdenken bedeutet, Krisen und Konflikte zu überwinden, die niemand begonnen hat

Wozu braucht es Umdenken? 

Gängige Führungsmodelle, Leadership-Methoden und Kommunikations-Techniken bauen im Grundsatz immer noch darauf, andere Menschen im Sinn eigener Vorstellungen oder Interessen zu beeinflussen, zu beurteilen, in Arbeitsprozesse zu integrieren oder aus Gemeinschaften (i.w.S.) auszuschliessen.

Funktionierende Teams oder wirkungsvolle Organisationen basieren demgegenüber eher auf gemeinsamen Werten, auf sachbezogener Verständigung, auf zielorientierter Kompetenz und Verlässlichkeit. Die Komplexität moderner Lebenswelten erzwingt ein Umdenken im Zusammenspiel verschiedenartiger Akteure, um alternative Handlungsoptionen und neue Lösungen zu entwickeln oder um bestmögliche Bedingungen für eine sichere und kompetente Realisierung zu schaffen.    

 

Wie hilft "gesunder Menschenverstand"? 

Praktische Erfahrungen und wissenschaftliche Denkmodelle lassen vermuten, dass eine zunehmende Digitalisierung unterschiedlicher Lebens- und Arbeitswelten den Trend zur Individualisierung verstärkt und einen Wertewandel, von der gemeinschaftlichen Arbeitsteilung hin zur Handlungsautonomie einzelner Personen, zusätzlich befeuert. Diese Entwicklungen scheinen die Verständigung der Menschen untereinander zu belasten, und die Etablierung robuster Strukturen, wie die Bildung sinngeleiteter Aktions-Gemeinschaften oder eine nachhaltige Bewältigung von Konflikten, zunehmend zu erschweren. Anzeichen von Überlastung oder Überforderung einzelner Personen können als Symptome dieser Entwicklung interpretiert werden. Im Kontext digitalisierter Lebenswelten und künstlicher Intelligenz ermöglicht "gesunder Menschenverstand", sich realitäts-bezogen und wert-schätzend mit verschiedenen Personen zu verständigen, sich sinn-geleitet zu organisieren und selbst-verantwortlich zu handeln.  

 

Was bewirkt ein Paradigma-Wechsel?

Traditionelles (Krisen- und Risiko-) Management basiert eher auf wissenschaftlichen Modellen und faktenbasierten Entscheidungen als auf erfahrungsgestützten Erklärungen und intuitiven Einschätzungen. Beobachtungen im Alltag zeigen jedoch deutlich, dass Menschen ihre eigenen, persönlichen Vorstellungen zu den Zusammenhängen einer Herausforderung oder zur Bewältigung einer Krise entwickeln. Betroffene stellen daher autoritäre Verfügungen in Frage oder ignorieren Expertisen, Sicherheits- und Schutzmassnahmen auch in bedrohlichen Situationen und ausserordentlichen Lebenslagen. Das Ziel einer systematischen und selbst-bestimmten Beteiligung von Betroffenen ist es, ergebnisoffene Vorhaben nach gemeinsamen Vorstellungen und nachvollziehbaren Entscheidungen zu realisieren, beispielsweise Krisen und Konflikte mittels Informationen, Erkenntnisse und Einschätzungen aus unterschiedlichen Perspektiven, sicher genug und bestmöglich zu bewältigen. 

 

 

Wann nützt ein "Friendly Creator"? 

Alltagsprobleme können Personen in Führungs-, Organisations- oder Bildungsfunktionen dazu verleiten, unbeirrbar an bisher bewährten Erklärungsmuster oder unbewusst an gewohnten Verhaltensmustern festzuhalten. Aufsichtsgremien, Leitungsteams, Managementfunktionen und ganze Unternehmen entfernen sich in einem komplexen und paradoxen Umfeld unmerklich von der tatsächlichen Werteentwicklung und realitätsbezogenen Verständigung in ihrem Rollenkontext. Mögliche Folgen sind ein Verlust von Autorität, Erfolgserlebnissen oder Selbstwirksamkeitserfahrungen, ein Mangel an Orientierung, Kompetenz oder Zusammenarbeit, und die Häufung von Fehlern, Missverständnissen, Widerständen oder von Burnout-Symptomen. Sinn und Zweck der Rolle "Friendly Creator" ist es daher, gewohnte Verhaltensmuster freundlich zu stören und Lernprozesse zu provozieren. Ein ritualisiertes Vorgehen bietet den Betroffenen zudem einen sicheren Rahmen für die Etablierung gemeinsamer Strategien, alternativer Organisationsformen oder kultureller Veränderungen.